Mustervertrag minijob privat

31 juillet 2020 - 2 minutes read

Was die Lohnstreuung betrifft, so hat die Schwäche der Tarifverhandlungen im privaten Dienstleistungssektor, insbesondere in mittleren und gering qualifizierten Berufen, die Aufmerksamkeit auf die Frage der Festlegung verbindlicher Mindestlöhne seit Mitte der 2000er Jahre geweckt. Dies war viele Jahre lang praktisch kein Thema, da Gewerkschaften (und Arbeitgeber) Lohnverhandlungen immer als ihre wirkliche Verantwortung ansahen, aber angesichts steigender Löhne und begrenzter Kapazitäten zur Festlegung von Tarifverträgen begannen die Gewerkschaften, auf einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn zu drängen, ein politisches Projekt, das auch bei der Mehrheit der deutschen Wähler beliebt ist. In den letzten Jahren und in unterschiedlichen Regierungskonstellationen wurden jedoch tarifliche Mindestlöhne in immer mehr Branchen durch bestehende Rechtsvorschriften über die Entsendung von Arbeitnehmern oder, im Falle von Leiharbeitnehmern, über die Regulierung von Zeitarbeitsfirmen allgemein verbindlich gemacht. Der ab Januar 2015 geltende neue gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR pro Stunde mit einer Übergangsfrist von zwei Jahren für bestehende und verbindliche tarifgebundene Mindestlöhne hat erstmals in Deutschland eine verbindliche Mindestlohnuntergrenze für nahezu alle Arbeitnehmergruppen (außer für Jugendliche und Auszubildende) und alle Branchen festgelegt. Neben den erwarteten Eingriffen in die Leiharbeit ist der relativ hohe gesetzliche Mindestlohn die wichtigste Reform, die mit dem vor etwa zehn Jahren verfolgten Deregulierungsansatz bricht. Der Reregulierungsansatz soll zwar die Streuung der Löhne und Arbeitsbedingungen begrenzen, kann aber auch neue Formen der Umgehung auslösen, wie etwa den Rückgriff auf undokumentierte Überstunden oder eine mehr Scheinselbstständigkeit. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag bedeutet, dass die Rolle kein festes Ende hat, sondern langfristig angeboten wird. Eine festanständige Stelle ist ideal für diejenigen, die Arbeitssicherheit suchen und langfristig in Deutschland leben wollen. Die Beschäftigungsquoten sind nach wie vor sehr unterschiedlich und von Geschlecht zu Geschlecht zu unterscheiden; Auf der Grundlage der Zahl der Personen hat sich die Kluft zwischen Frauen und Männern in den 2000er Jahren jedoch deutlich geschlossen. Frauen trugen massiv zum allgemeinen Anstieg der Beschäftigungsquote bei, während die Beschäftigungsquoten der Männer bestenfalls stagnieren. Frauen sind heute viel besser in den Arbeitsmarkt integriert als in den 90er Jahren.